Eine beispielhafte Umsetzung der Idee einer virtuellen Wohngemeinschaft entstand im Ortsteil „Gass“, des Hunsrücker Dorfes Külz. In diesem Pilotprojekt wurde die Virtuelle WG „Die Gässer“ ins Leben gerufen. Unter Federführung von Aloys Schneider, Bürgermeister des 534 Einwohner zählenden Dorfes, wurde seit Anfang 2010 die Kommunikations- Plattform bei den derzeit 17 Mitgliedern im Alter zwischen 50 und 65 Jahren eingeführt. Damit soll der Vereinsamung im Alter schon heute vorgebeugt werden.

Die in unmittelbarer Nähe lebenden Mitglieder können sich rund um die Uhr in einem Gemeinschaftsraum im Internet treffen, um sich auszutauschen, um Fragen zu stellen oder um Hilfe für alltägliche Probleme zu erbitten. Die Hilfen umfassen beispielsweise Beaufsichtigung des Hauses bei Abwesenheit, Hilfeleistung bei Einkäufen oder Behördenterminen oder Nutzung vorhandener Gerätschaften. Es wird jedoch auch betont, dass die virtuelle WG eine dauerhafte Hilfe im Pflegefall nicht umfassen kann. Nach Meinung der Bewohner könne das nur ein sozialer Pflegedienst abdecken. Ein einfaches Regelwerk in Form einer Satzung bildet den lockeren Rahmen für das Zusammenleben zwischen Vorteil und Verpflichtung, Gemeinschaft und Individualität.
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